Musiktipp: Iggy Pop

Musiktipp: Iggy Pop

Seine bekannteste Songs kennt, oder zumindest erkennt so gut wie jeder: The Passenger, Lust for Life, Sweet Sixteen… alle aus dem gleichen, seinem einzigen sehr erfolgreichen Album „Lust for Life“, das in Kollaboration mit David Bowie und Colin Thurston 1977 in Berlin produziert wurde.

Das Album repräsentiert für mich eine geniale Mischung aus Pop und Punk, meisterhaft arrangiert und produziert und bestehend aus einigen sehr einfache aber originelle Kompositionen die durch den charismatischen und theatralischen Gesang von Iggy Pop eine starke mitreißende Energie gewinnen.

Doch hier will ich nicht ein Album empfehlen, das schon alle kennen: einige Jahren davor war Iggy der Sänger einer Band namens The Stooges, die 3 Alben veröffentlichte, das letzte davon auch schon mit Bowie an der Seite, der Iggy’s Potential trotz seinem rauen und schmutzigen, noch etwas rohen Stil, gleich erkannte. Es geht um das in den letzten Jahrzehnten erst wiederentdeckte und neu bewertete Album „Raw Power“, 1973.

Aus zwei Gründen, hauptsächlich, hatte dieses Album erstmal kein Erfolg: die schlechte Qualität der Aufnahme, die ein vernünftiges Abmischen der Spuren unmöglich machte und vor allem die schmutzige Spielart: verzerrte und ummelodiöse Gitarrenriffs unter einem freches, unmanierliches grobes Gesang, manchmal eher Geschrei, mit oft vulgären, blasphemischen, gewaltigen Texten über Sex, Drogen und anderen taboo Themen: das war Punk, als Punk noch nicht existierte. Es war einfach zu viel für das Publikum. Für das große Publikum: Leuten, die auf der Suche nach etwas neues und anders waren erkannte gleich, dass das der Anfang eines neues Musikstils war und das Album zählt für Musiker wie Kurt Cobain oder The Sex Pistols unter ihren bevorzugten Alben und war für sie ein große Inspirationsquelle. Heutzutage befindet sich „Raw Power“ an der 128° Stelle in der Rollings Stone Liste der 500 besten Alben: wow, ein Ergebnis das in 1973 wirklich nicht zu erwarten war, gegeben den ersten Reaktionen… Aber das ist doch eine alte Geschichte: die beste Kunst geht immer ein Stück zu weit für den zeitgenössischen Geschmack und braucht einige Jahren oder Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderten, um wirklich geschätzt zu werden.

Meine Lieblingssongs sind „Gimme Danger“ und „I Need Somebody“. Sexy, bluesy und schmutziges Punk-Rock, mit Iggy’s sensuellem Gesang, das ein bisschen an Jim Morrison (an den er sich sehr viel inspirierte) erinnert, aber noch extremer, noch antikonventioneller.

Kennt ihr das Album nicht? Dann los auf der Suche, ich wünsche euch viel Spass beim Zuhören!

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